„Gesund um 10“: Medizin-Talk begeistert mit ungewöhnlichem Mix

„Gesund um 10“: Medizin-Talk begeistert mit ungewöhnlichem Mix

„Gesund um 10“ heißt die neue Reihe im Klinikum Vest, bei dem Mediziner und andere Gäste bei einer Talk-Runde zu Wort kommen. Vor 100 Zuschauern fand nun der 2. Medizin-Talk statt, der ungewöhnlich startete und begeisterte: Denn nach der Begrüßung durch Peter Hutmacher, Geschäftsführer des Klinikum Vest, mussten Gäste wie Zuschauer lachen - auf Kommando. Lach-Yoga-Trainerin Kathrin Reinz machte vor, wie das geht. Warum lachen wichtig ist? Es stärkt das Immunsystem, baut Stresshormone ab, „denn, wenn man lacht, kann man nicht denken“. Reinz Plädoyer für eine lustige Kopflosigkeit kam gut an.

Den Moderatoren Bernd Overwien und Lena Reuter gelang der Übergang zu einem ernsten Thema. Wird in Deutschland zu häufig operiert? Priv.-Doz. Dr. med. Maximilian Puchner, Chefarzt der Neurochirurgie, räumte zwar ein, dass es ein bundesweites Phänomen sei und riet allen Patienten, sich eine zweite Meinung einzuholen (gerne auch im Klinikum Vest). Warnte aber vor Verallgemeinerung. Wer selbst mit dem Gedanken spielt, Neurochirurg zu werden, dem gab Puchner dieses mit auf den Weg: „Die Stressbelastbarkeit ist in diesem Beruf fast noch wichtiger, als die ruhige Hand.“

Dr. med. Lars Christoph Linke, Chefarzt der Orthopädie, beantwortete Fragen von Moderator Bernd Overwien, die dieser bei Patienten für den Experten eingeholt hatte. „Sollte man vor einer Knie-OP abnehmen?“, „Muss man starke Schmerzen nach einer Hüft-OP erdulden?“. Linke nachvollziehbar: Ein geringeres Gewicht wirkt sich günstig auf den Krankheitsverlauf aus. Und: Starke Schmerzen sind heute nicht mehr nötig, ein Schmerzdienst justiert bei Bedarf nach.

Wer sich gerade noch mit dem Thema Schmerz beschäftigt hatte und düsteren Gedanken nachhing, der wurde von Harald Schollmeyer angenehm überrascht, der die kurzen Gesprächspausen mit seinem Klavierspiel bereicherte.
Die Werbetrommel rührten die ev. Seelsorgerin im Knappschaftskrankenhaus Barbi Kohlhage und die grüne Dame Jutta Heiming-Weiruß. Sie berichteten von der Arbeit des ehrenamtlichen Besuchsdienstes im Krankenhaus: „Man gibt viel, aber man bekomm auch viel.“ Der nächste Vorbereitungskursus für Männer und Frauen startet am 4. Oktober, 18 bis 20 Uhr im neuen Konferenzraum des Knappschaftskrankenhauses Recklinghausen.

Prominent ging es bei den Themen Ernährung und Bewegung zu. „Wir sind zu einer Sitzgesellschaft verkommen“, rief Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer dem Publikum entgegen. Er führte den Gästen vor, welche Auswirkungen schlechte Ernährung und ein Leben auf der Couch habe. Schon bei Kindern seien die Folgen schlechter Gewohnheiten zu beobachten. Laut Grönemeyer haben 70 Prozent der 10- bis 17-Jährigen Rückenbeschwerden, eine Millionen Kinder sind krankhaft übergewichtig und immer mehr Menschen sind depressiv, weil sie sich zu wenig bewegen. Sein Appell: „Turne bis zur Urne“. Grönemeyer kritisierte häufig ausfallende Sportstunden an Schulen. Er warb für das Projekt seiner Grönemeyer-Stiftung „Die bewegte Schulpause“. Die Impulse für eine bewegte Schulpause speicherte Mathias Richter für sich ab. 

Der FDP-Politiker aus Recklinghausen ist neuer Staatssekretär im NRW-Schulministerium. Richter sprach sich dafür aus, mehr Sportlehrer auszubilden, „davon gebe es zu wenig“ und in die Sportstätten bzw. Schulen zu investieren.

Diät-Assistentin Nur Onur gab den Gästen schließlich einen Einblick in ihre Arbeit in der Adipositas-Klinik. Hier berät sie vor allem schwer übergewichtige Menschen.
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