Intensivstation des Klinikum Vest fungiert als Vorreiter in der Anwendung des sogenannten Peer-Review Verfahrens

Intensivstation des Klinikum Vest fungiert als Vorreiter in der Anwendung des sogenannten Peer-Review Verfahrens

Die Intensivstation des Knappschaftskrankenhauses Recklinghausen stand jetzt im Mittelpunkt eines sogenannten Peer-Review-Verfahrens: Fünf erfahrene Intensivmediziner aus Deutschland, darunter zwei ausgebildete Peer-Reviewer und drei Intensivmediziner, die sich noch in Ausbildung zum Peer-Reviewer befanden nahmen hier die Strukturen, Abläufe und das Management der interdisziplinär arbeitenden Intensivstation im Klinikum Vest in Augenschein. „Hier geht es um ein kollegiales Gespräch auf Augenhöhe. Nicht etwa um eine Zertifizierung. Wie tauschen uns aus und lernen voneinander“, betonte Prof. Dr. med. Jörg Weimann, Abteilung für Anästhesie und interdisziplinäre Intensivmedizin Sankt Gertruden-Krankenhaus Berlin. Der Mediziner leitete das Verfahren, dessen Ergebnis am Ende zu Veränderungsprozessen führen soll.

Auf der im Januar 2010 eröffneten anästhesiologisch geleiteten interdisziplinären Station des Knappschaftskrankenhauses werden auf 23 Intensivtherapieplätzen rund 2.000 schwerstkranke Patienten pro Jahr betreut. Eine so große interdisziplinäre Intensivstation unter einheitlicher Leitung ist in Deutschland sehr selten. Das im Klinikum Vest angewandte Peer-Review Verfahren war das erste dieser Art in Westfalen und eines der wenigen in NRW. Auf Bitten der Ärztekammer Westfalen-Lippe fand dieses Peer-Review-Verfahren im Knappschaftskrankenhaus statt, um drei externen Kollegen die Ausbildung zum Peer-Reviewer zu ermöglichen.
„Wir haben uns über diese externe Betrachtung durch externe Fachärzte gefreut und fühlen uns geehrt, dass die Ärztekammer uns für geeignet hält, eine solche Ausbildung von schon sehr erfahrenen Kollegen zu ermöglichen“, erklärte Chefarzt, Prof. Dr. med. Hans-Georg Bone (Zentrum für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Klinikum Vest). Hier ließen sich im Gespräch unter gleichrangigen Ärzten medizinische Sachverhalte analysieren, Verbesserungspotentiale ausloten und Lösungsansätze aufzeigen. Ein Verfahren, von dem sowohl diejenigen profitieren, die „Peers“ zum Besuch ihrer Klinik einladen als auch die, die als „Reviewer“ die Arbeit der Kollegen kritisch-konstruktiv betrachten.

Das Lernen voneinander und der Austausch über mögliche Verbesserungen schade nie. Man sei durch die kürzlich erfolgte KTQ-Zertifizierung im Klinikum Vest gut vorbereitet gewesen. Im Rahmen dieser Zertifizierung waren die Bereiche Patientenorientierung, Mitarbeiterorientierung, Sicherheit im Krankenhaus, Information, Krankenhausführung, Qualitätsmanagement auf Herz und Nieren überprüft worden. Das Klinikum Vest hatte ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielt und zählt derzeit zu den Top 20 nach KTQ zertifizierten Krankenhäusern.

Bereits im Vorfeld war den Fachärzten des Klinikum Vest ein Fragenkatalog zur Selbsteinschätzung überreicht worden. Auch hierbei drehte sich alles um Verfahren, Patienten-Dokumentation, Checklisten, Personalbesetzung etc.
”Wir mussten 52 Fragen beantworten. Mit unseren Antworten im Hintergrund werden die Fachärzte unsere Intensivstation betrachten und checken“, erläuterte Oberarzt Dr. Christian Berger vom Klinikum Vest das Procedere. Die Inhalte dieses Bogens wurden im Review mit den Feststellungen der Peers abgeglichen. Aus Differenzen zwischen den beiden Einschätzungen erwuchsen erste Themen für den kollegialen Dialog. Fremdbewertung und Erkenntnisse aus der bettseitigen Begehung flossen in das Abschlussgespräch ein, bei dem das Peer-Review-Team der besuchten Abteilung Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken (SWOT-Analyse) benannte. Das Abschlussgespräch bot Gelegenheit, in vertrauensvoller Atmosphäre Verbesserungspotenziale zu identifizieren und Lösungsansätze zu erarbeiten.

Eine so große interdisziplinäre Intensivstation unter einheitlicher Leitung, wie die des Klinikum Vest, ist in Deutschland sehr selten. Welche Abläufe und Organisation dazu erforderlich ist, das wollten diese externen Fachärzte und eine Pflegefachkraft - neben Prof. Dr. med. Jörg Weimann - beim Peer-Review erfahren: Andreas Grundmeier (Anästhesist und Intensivmediziner), Prof. Dr. med. Dietrich Henzler (Facharzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Rettungsmedizin) Ralf Vonier (Intensivpflegekraft und Atmungstherapeut, Klinikum Dortmund). Begleitet wurden sie dabei von Seiten des Klinikum Vest von Chefarzt Prof. Dr. Hans-Georg Bone, Oberärztin Dr. Claudia Sandfeld, Oberarzt Dr. Christian Berger sowie Thomas Schulz, pflegerische Leitung der Intensivstation.

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Am ersten kollegialen Gespräch auf Augenhöhe nahmen diese Experten teil (v.l.): Prof. Dr. med. Jörg Weimann (Abteilung für Anästhesie und interdisziplinäre Intensivmedizin Sankt Gertrauden-Krankenhaus Berlin), Dr. Claudia Sandfeld (Klinikum Vest), Dr. Christian Berger (Oberarzt Intensivstation), Thomas Schulz (pflegerische Leitung Intensivstation Klinikum Vest), Dr. Andreas Grundmeier (Kardiologe und Notfallmediziner Kliniken Essen-Mitte), Prof. Dr. med. Dietrich Henzler (Prof. Dr. med. Dietrich Henzler, FRCPC. Facharzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Rettungsmedizin Klinikum Herford), Prof. Dr. med. Hans-Georg Bone (Chefarzt, Zentrum für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Klinikum Vest), Ralf Vanier (Intensivpflegekraft und Atmungstherapeut städt. Kliniken Dortmund), Dr. Friedhelm Bach (Anästhesie und Intensivmediziner Ev. Klinikum Bethel).

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