Neues Warnsystem auf dem Dach der Paracelsus-Klinik in Marl

Neue Sirenen warnen künftig unüberhörbar im gesamten Stadtgebiet

Paracelsus-Klinik ist Standort des flächendeckenden Warnsystems / Zusätzliche Sicherheitskomponente / Ausbau erfolgt schrittweise in den kommenden Jahren

Die Stadt Marl erneuert ihr Warnsystem: 20 neue elektronische Sirenen werden die Bevölkerung bei größeren Schadensereignissen flächendeckend und unüberhörbar warnen. Eine der ersten neuen Sirenen im Stadtgebiet wurde nun auf dem Dach der Paracelsus-Klinik montiert worden.

Dort nahmen in über 30 Meter Höhe Bürgermeister Werner Arndt und Peter Hutmacher, Geschäftsführer des Klinikums Vest, sowie Feuerwehr-Chef Rainald Pöter und Marcel Zink von der Technischen Leitung der Paracelsus-Klinik die neue Sirene in Augenschein. „Wir freuen uns, dass die Paracelsus-Klinik Marl als Standort im neuen Sirenennetz gewählt wurde und wir damit zum Schutz der Bevölkerung beitragen können“, sagt Hausherr Peter Hutmacher.

„Das Sirenen-Signal soll im Notfall dazu auffordern, sich in geschlossene Räume zu begeben und Türen und Fenster zu schließen sowie das Radio einzuschalten und auf Durchsagen zu achten”, erklärt Bürgermeister Werner Arndt. ”Ein Weckeffekt mit entsprechender Lautstärke ist dabei ausdrücklich beabsichtigt.”

Elektronische Sirenen dienen in Stadtgebieten zur Warnung vor besonderen Schadenslagen, wie beispielsweise Naturkatastrophen, schweren Unfällen, Schadstoffemissionen sowie vor kriminellen und terroristischen Anschlägen. Setzten die Experten bei der Alarmierung der Bevölkerung in den letzten Jahren vor allem auf die Nutzung moderner Medien wie Smartphones und Warn-Apps wie „NINA“, sind jetzt digitale Sirenen gefragt, die über Funk gesteuert werden. ”Es hat sich gezeigt, dass die Bevölkerung bei großen Schadensereignissen nur begrenzt über die neuen Medien erreicht wird”, sagt Rainald Pöter. ”Mit den neuen Sirenen verfügen wir über eine zusätzliche Sicherheitskomponente in unserem Warnsystem.”

Im September letzten Jahres hatte der Rat der Stadt Marl beschlossen, die wenigen verbliebenen Warnanlagen abzubauen und flächendeckend Sirenen mit zeitgemäßer Technik zu installieren. Eine Fachfirma hatte zuvor einen Beschallungsplan für das Stadtgebiet erstellt und die geplanten Standorte auf ihre technische Eignung überprüft. Hierbei wurde eine Prioritätenliste erstellt, die sowohl besondere Gefährdungspunkte als auch noch vorhandene Sirenenstandorte berücksichtigt.

Das Sirenennetz soll in den nächsten fünf bis sechs Jahren Schritt für Schritt ausgebaut werden. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen der bereits veranschlagten
Haushaltsmittel unter Einbeziehung eines entsprechenden Landeszuschusses. Zusätzliche Haushaltsmittel werden nach aktuellem Planungsstand nicht benötigt, so Werner Arndt. „Spenden aus der Wirtschaft würden die Umsetzung allerdings beschleunigen“.

Bildzeile:
Auf dem Dach der Paracelsus-Klinik begutachten Klinikum Vest - Geschäftsführer Peter Hutmacher, Bürgermeister Werner Arndt, Feuerwehrchef Rainald Pöter und Marcel Zink von der Technischen Leitung der Klinik (v.l.n.r.) die neue digitale Sirene. Sie ist eine von insgesamt 20 Sirenen, die künftig vor besonderen Schadenslagen warnen sollen. Foto: Stadt Marl/Pressestelle

Sirenensignale

Warnung:
Der einminütige auf- und abschwellende Heulton macht darauf aufmerksam, dass ein Schadensereignis von außergewöhnlichem Maß eintreten wird oder eingetreten ist. Das Sirenensignal fordert dazu auf, die Wohnung oder ein Gebäude aufzusuchen, Türen und Fenster zu schließen und für weitere Hinweise das Radio einzuschalten (WDR 2: UKW-Frequenz 99,2 MHz bzw. 92,75 MHz bei Kabelempfang, Radio Vest : UKW-Frequenz 94,6, 95,6 bzw. 105,2 MHz bzw. 93,95, 99,7 oder 105,8 MHz bei Kabelempfang).

Entwarnung:
Ein Dauerton von einer Minute bedeutet, dass die Gefahr vorbei ist, Fenster und Türen wieder geöffnet und Gebäude und Wohnungen wieder verlassen werden können.

Warn-App NINA für Smartphones
Die Notfall-Informations-App gibt wichtige Warnmeldungen für unterschiedliche Gefahrenlagen (wie Gefahrstoffausbreitungen, Großbrände oder auch Unwetter und Hochwasser). NINA kann kostenlos heruntergeladen werden in iTunes (für die Betriebs¬systeme iOS ab Version 7.0) oder im Google Pay Store (für Android ab Version 4.).

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