Hüftkopfnekrose

In Folge einer lokalen Durchblutungsstörung kommt es zum Untergang von Teilen des knöchernen Hüftkopfes. Die Erkrankung tritt vorwiegend zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr auf, ist durch einen stadienhaften Verlauf gekennzeichnet und betrifft in der Hälfte der Fälle beide Hüftköpfe. Männer sind etwa 4-mal häufiger als Frauen betroffen.

hueftkopfnekrose

Als Risikofaktoren hinsichtlich des Auftretens einer Hüftkopfnekrose werden angesehen: Kortisontherapie, Stoffwechselstörungen (z.B. Fettstoffwechselstörungen, Gicht), Gefäßerkrankungen (z.B.: periphäre arterielle Verschlusskrankheit [pAVK], entzündliche Gefäßerkrankungen), Bindegewebeerkrankungen, chronischer Alkoholismus, Chemotherapie, Bestrahlungen, Blutkrankheiten (z.B.: Sichelzellanämie), Taucherkrankheit (Caisson-Erkrankung).

Hieraus ergibt sich, dass nach der Diagnose einer Hüftkopfnekrose eventuelle Risikofaktoren (z.B. Kortisoneinnahmen, Alkoholkonsum) soweit möglich abgestellt werden sollten.

Stadieneinteilung der Hüftkopfnekrose nach Ficat/Arlt

  • 0 - Keine Symptome
  • 1 - Leistenschmerz, geringe Bewegungseinschränkung. Röntgendiagnostik unauffällig, charakteristische Veränderungen im Kernspin (MRT)
  • 2 - Veränderungen im Röntgenbild (knöcherne Verdichtungszone, Zystenbildung im Hüftkopf)
  • 3 - Veränderungen der Hüftkopfoberfläche durch einsinkenden Knorpel oberhalb des Nekrosebezirkes
  • 4 - Hüftkopfzusammenbruch

Die Beschwerdesymptomatik ist in der Regel durch belastungsabhängige Leistenschmerzen gekennzeichnet. 

Prognose der Erkrankung


Ohne Behandlung zeigt sich häufig ein fortschreitender Erkrankungsverlauf. Durch die zentrale Markraumentlastungsbohrung im Stadium 1 + 2 lässt sich in ca. 70 % zumindest zeitweise eine deutliche Beschwerdebesserung erreichen.

Unser Therapiekonzept

Stadium 1 + 2 (Ficat/Arlt)
Zentrale Markraumentlastungsbohrung
Alternativ kann im Stadium 1 eine Infusionstherapie mit durchblutungsfördernden Substanzen (Iloprost) durchgeführt werden. Eine Entlastung des Hüftgelenkes an Gehstützen ist für 6 Wochen erforderlich. Die volle Belastbarkeit wird in der Regel nach etwa 10-12 Wochen erreicht.

Stadium 2 + 3 (Ficat/Arlt)
Eine Ausheilung der Erkrankung ist in der Regel nicht mehr möglich. Ziel der Therapie ist es, den abgestorbenen Anteil des eingebrochenen Hüftkopfes aus der Belastungszone des Gelenkes zu nehmen. In Abhängigkeit von Größe und Ausdehnung des Bezirkes kann dies durch eine knöcherne Umstellung des hüftnahen Oberschenkelknochens erfolgen.

Stadium 4 (Ficat/Arlt)
Bei global formverändertem Hüftkopf nach Zusammenbruch desselben ist bei erträglichen Beschwerden zunächst die Ausschöpfung der konservativen Therapieoptionen zu empfehlen (medikamentöse Schmerztherapie, krankengymnastisch-physikalische Therapie, Stockentlastung, ... ).

Nach Ausschöpfung der konservativen Möglichkeiten ist die Implantation einer Endoprothese (künstliches Hüftgelenk) zu empfehlen.

UnserTherapiekonzept

Dr. med. Lars-Christoph Linke
Dr. med. Lars-Christoph Linke
Tel.: 02365 90-2501
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