Welt-Parkinson-Tag 2015

Parkinson-Zentrum MoveVest

Aufstehen, gehen, greifen, sich drehen, anhalten - was bei gesunden Menschen ganz automatisch abläuft, ist für Parkinson-Patienten eine große Herausforderung. Ihre Bewegungen sind verlangsamt, eckig und steif. Sie zittern, fühlen sich wie eingefroren, kommen häufig nur schwer in Gang. Bewegung, Sprache, Mimik und Gestik - alles womit Menschen sich ihrer Umwelt mitteilen, gerät durch die Krankheit außer Kontrolle. Die Folge sind nicht nur erhebliche Einschränkungen bei der Alltagsbewältigung. Auch seelisch sind die Symptome eine große Belastung, die viele in die Einsamkeit treibt. Wie die moderne Medizin Bewegungsstörungen bei Parkinson behandelt, ist das Thema des Lesertelefons in Zusammenarbeit mit der Deutschen Parkinson Vereinigung dPV.

Ursache Dopaminmangel
Ihren Ursprung hat die Erkrankung - und damit die Bewegungsstörungen - im Gehirn. In einem Gebiet namens Substantia nigra sterben Nervenzellen ab, die Dopamin bilden. Diesen Botenstoff, braucht der Körper für die Ausführung und Koordination von Bewegungen. Ohne ihn funktionieren Bewegungsabläufe nicht, die sonst automatisiert ablaufen. Charakteristisch für Parkinson sind deshalb motorische Symptome wie Bewegungsarmut, Starre und Haltungsstörungen sowie das Ruhezittern. Doch von Patient zu Patient fallen die Symptome sehr unterschiedlich aus: Der eine geht mit kleinen Schritten wie von seinem Gewicht nach vorne gezogen, während der andere Mühe hat, überhaupt in Bewegung zu kommen. Doch ob stark oder schwach ausgeprägt: In jedem Fall übernimmt die Krankheit die Regie über den Alltag der Betroffenen. Umso wichtiger ist es, ihnen mit einer geeigneten Therapie die Kontrolle über ihre Bewegungsfähigkeit so weit wie möglich zurückzugeben. 

Wieder in Bewegung kommen…
Bis heute ist Parkinson nicht heilbar, lässt sich das Fortschreiten der Krankheit nicht aufhalten. Aber der Krankheitsverlauf lässt sich beeinflussen. Dabei setzt die Medizin auf den Einsatz von Medikamenten, die den Dopaminmangel im Gehirn ausgleichen sollen. In einigen Fällen kommt auch ein chirurgischer Eingriff in Betracht: Bei der Tiefenhirnstimulation werden Sonden im Gehirn platziert, die mit elektrischen Impulsen helfen, die Hirnaktivität zu kontrollieren. Die dritte Säule der Parkinson-Therapie sind die ergänzenden Therapien. Bei ihnen spielt Aktivierung eine zentrale Rolle: Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie und andere Angebote zielen darauf ab, die Betroffenen wieder in Bewegung zu bringen. Damit begegnen sie nicht allein den motorischen Symptomen der Krankheit. Denn Parkinson kann zusätzlich Beeinträchtigungen der Kreislaufregulation oder der Blasenfunktion verursachen, aber auch eine Minderung der Gedächtnisleistung und seelische Störungen bis hin zur Depression. Vor allem aber gewinnen viele Betroffene mit den zusätzlichen Therapien neue Perspektiven im Umgang mit ihrer Erkrankung - und damit mehr Lebensqualität.

Betroffene fragen - Experten antworten
Wie wirkt sich die medikamentöse Therapie auf die Bewegungsfähigkeit aus? Lässt die Wirkung der Medikamente mit der Zeit nach? Ich bin häufig wie eingefroren, kann einen Bewegungsablauf nicht starten - was kann ich dagegen tun? Welche zusätzlichen Therapien helfen bei Gleichgewichtsstörungen? Welche Sportarten sind geeignet? Alle Fragen rund um die Behandlung von Bewegungsstörungen bei Parkinson beantworten die Experten am Lesertelefon - individuell und vertraulich:

 

  • Prof. Dr. Wolfgang Greulich
    Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Geriatrie, Ärztlicher Direktor der Fachklinik für neurologische und neurochirurgische Rehabilitation, Helios Klinik Hagen-Ambrock, 
  • Prof. Dr. Rüdiger Hilker-Roggendorf
    Facharzt für Neurologie und Neurologische Intensivmedizin, Leitender Arzt der Klinik für Neurologie, Paracelsus Klinik Marl
  • RA Friedrich-Wilhelm Mehrhoff
    Geschäftsführer der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V. (dpv), Neuss
  • Dr. Patea Pape
    Fachärztin für Neurologie, Rehabilitationsmedizin und Verkehrswesen, Leitende Ärztin des NTC Neurologisches Therapiecentrum Köln
  • Univ.-Prof. Dr. Lars Timmermann
    Facharzt für Neurologie, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsklinik Köln
  • Prof. Dr. Dirk Woitalla
    Facharzt für Neurologie, Chefarzt der Klinik für Neurologie, St. Josef-Krankenhaus Kupferdreh, Essen


Rufen Sie an! Am Donnerstag, den 9. April 2015 von 10 bis 17 Uhr.
Der Anruf unter 0800 - 0 60 40 00 ist gebührenfrei.


Prof. Dr. med. Ruediger Hilker-Roggendorf
Prof. Dr. med. Rüdiger Hilker-Roggendorf, MHBA
Facharzt für Neurologie
Neurologische Intensivmedizin
Regionalbeauftragter der Deutschen Schlaganfallhilfe
Tel.: 02365 90-2772
Fax: 02365 90-2779
Profil
Focus Siegel Qualität und Service KTQ-Zertifikat
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