OP Verfahren der Adipositaschirurgie

Vestisches Adipositaszentrum - OP Verfahren der Adipositaschirurgie

Magenband

Hier wird mittels minimalinvasiver Operationstechnik, der sog. "Schlüssellochoperation", ein justierbares (verstellbares) Kunststoffband um den oberen Anteil des Magens gelegt und dieser förmlich eingeschnürt. Die Einstellung erfolgt durch Einspritzen von Kochsalzlösung in eine sogenannte Portkammer, die unter der Haut zu liegen kommt. So kann praktisch die Größe einer Mahlzeiten bestimmt werden. Durchschnittlich wird eine Verminderung des Übergewichts von 50-65% erreicht. Entscheident ist natürlich der unbedingte Wille zur Gewichtsreduktion und die Bereitschaft zur "Lebensstiländerung".

Als einzige Klinik in Deutschland verfügen wir über umfangreiche Erfahrung auch in der Magenbandanlage als ambulante Operation. Bei Patienten ohne besondere Risiken planen wir die Magenbandanlage daher ambulant!


Magenbypass

Die Magenbypassoperation war über viele Jahre die Standardoperation schlechthin, insbesondere in den USA. Diese Technik ist insgesamt sehr erfolgreich, wird jedoch zunehmend von der Schlauchmagenoperation verdrängt. Die Operation wird in minimalinvasiver Technik durchgeführt. Dabei wird der Magen dicht unterhalb der Speiseröhre mit Klammergeräten verschlossen und durchtrennt. Eine Verbindung zwischen Dünndarm und dem kleinen erhaltenen Magenanteil (Pouch) sorgt für den Transport der Nahrung direkt in den Dünndarm. Der Magen wird also umgangen und liegt im „Bypass“. Im Wesentlichen wird durch den Bypass, wie beim Schlauchmagen auch, die Nahrungsmenge deutlich reduziert. Hinzu kommt im geringeren Umfang auch eine eingeschränkte Resorbtion (Aufnahme) von Nährstoffen, leider aber auch von Vitaminen und Mineralien. Aus diesem Grunde ist es erforderlich, dass nach einer Bypassoperation lebenslang Vitamine und Mineralien zugeführt werden müssen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass der ausgeschaltete Magenanteil mittels Endoskopie nicht zugänglich ist! So besteht in der Regel auch keine Möglichkeit, z.B. an den Gallengängen bei Steinen, interventionell (ERCP) tätig zu werden.

Der Effekt der Magenbypassanlage ist hinsichtlich der Gewichtsreduktion und auch der Verbesserung der Stoffwechsellage bei Diabetes mellitus mit der Schlauchmagenoperation nahezu identisch. Aus diesem Grund empfehlen wir die Magenbypassanlage nur in bestimmten ausgewählten Fällen, zum Beispiel bei schwer einstellbarem Diabetes mellitus, Reflux (Sodbrennen) oder als "Redo-Operation" nach einer Schlauchmagenoperation.

Schlauchmagen

Die Schlauchmagenoperation ist mittlerweile das Standardverfahren an unserer Klinik. Rund 1.500 Patienten haben diese Operation bereits in Recklinghausen erhalten. Der Effekt auf die Gewichtsreduktion ist ganz erheblich und setzt unmittelbar nach der Operation ein. Bereits nach drei und sechs Monaten verlieren die Patienten im Durchschnitt 25kg bis 50kg, je nach Ausgangsgewicht. Einige Patienten konnten im ersten Jahr nach der OP 100kg bis 200kg abnehmen.

Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck (Hypertonie) oder wie die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) verschwinden in den meisten Fällen sehr rasch und es bedarf keiner Medikamenteneinnahme mehr.

Die Operation wird in minimalinvasiver Technik vorgenommen. Dabei wird der Magen so weit von der Umgebung gelöst, dass in Längsrichtung der Magen verschmälert wird. Der überschüssige Anteil des Magens wird in einen Beutel verpackt und über eine der Bauchdeckeninzisionen herausgezogen. Auf diese Weise wird das Fassungsvermögen des Magens auf etwa 100-200 ml begrenzt. Die schlauchförmige Umwandlung und Verkleinerung des Magens führt dazu, dass auch kleine Nahrungsmengen schon zu einer effektiven und meist anhaltenden Sättigung führen. Hinzu kommt, dass mit der Magenverkleinerung auch sogenannte Hungerhormone (Ghrelin) derart reduziert werden, dass ein schnelles Sättigungsgefühl erreicht wird und der Hunger in sehr vielen Fällen unterbleibt. In gewisser Weise wird durch diese Operation eben auch das Gehirn beeinflusst. Die Operation selbst dauert eine gute Stunde und in der Regel können die Patienten direkt auf die Spezialstation B7 und sind bereits am Operationstag wieder mobil. Die Flüssigkeitsaufnahme reguliert sich innerhalb von zwei Tagen, so dass die meisten Patienten bereits am dritten oder am vierten Tag nach der Operation das Krankenhaus verlassen.

Komplikationen sind wie bei jeder Operation möglich, jedoch mit 0,5% erfreulich gering. Natürlich ist eine intensive Nachbetreuung gerade in den ersten Wochen nach der Operation erforderlich. Noch während des Aufenthaltes erhalten alle Patienten eine Ernährungsberatung und einen Plan für die ersten vier Wochen. Danach sollte unbedingt ein Nachsorgetermin zur weiteren Beratung und Ernährungsumstellung eingehalten werden.

Die Schlauchmagenoperation ist aus unserer Sicht das Standardverfahren schlechthin und für die allermeisten Patienten, auch bei massivem Übergewicht, sinnvoll und effektiv. Hinzu kommt, dass sich die Schlauchmagenoperation auch als Zweiteingriff sehr gut eignet, z.B. nach erfolgloser Magenbandanlage. Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck (Hypertonie) oder wie die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) verschwinden in den meisten Fällen sehr rasch und es bedarf keiner Medikamenteneinnahme mehr.

Magenballon

Beim Magenballon handelt es sich um eine endoskopische ambulante Behandlung, die einer Magenspiegelung (Gastroskopie) sehr nahe kommt. Zunächst wird der Magen tatsächlich gespiegelt, um hier Begleiterkrankungen wie ein Magengeschwür auszuschließen. Anschließend kann der nicht entfaltete Kunststoffballon wie eine Magensonde eingebracht und mit Flüssigkeit unter endoskopischer Sicht gefüllt werden. Wir wählen dabei ein Ballonvolumen von 500 - 700 ml und belassen den Ballon für 6 Monate im Magen, danach muss erneut eine Magenspiegelung zur Ballonentfernung vorgenommen werden.

Innerhalb der ersten Woche ist mit erheblichen Beschwerden in Form von Magenkrämpfen, Übelkeit und Erbrechen zu rechnen. Es müssen begleitend Medikamente zur Linderung dieser Beschwerden und zur Reduzierung der Säureproduktion des Magens verabreicht werden. Nach dieser Zeit beruhigt sich der Oberbauch und es kommt durch das rasch einsetzende Sättigungsgefühl zu einer deutlich verringerten Nahrungsaufnahme und konsekutiv zum Gewichtsverlust. Unserer Erfahrung nach können 90% der Patienten mit einer erheblichen Gewichtsreduktion von im Durchschnitt 20 - 30 kg rechnen. Unser Spitzenreiter erreichte binnen 6 Monaten einen Gewichtsverlust von 70 kg.

Selbstverständlich gehört zu der endoskopischen Balloneinpflanzung eine Ernährungsberatung und ein gezieltes Bewegungstraining, das oft erst nach dem einsetzenden Gewichtsverlust möglich wird.

Wir beobachten regelmäßig, dass die bestehenden Begleiterkrankungen sich erheblich abschwächen oder ein ggf. bestehender Diabetes mellitus infolge der Gewichtsreduktion völlig verschwindet. Die Kosten einer Magenballonimplantation müssen praktisch immer vom Patienten selbst getragen werde.

Biliopankreatischen Diversion

Bei der biliopankreatischen Diversion wird die Schlauchmagenbildung mit einer Bypass-Situation kombiniert. Die Operation kann als zweiter Schritt nach einer Schlauchmagenbildung erfolgen. Diese Operation ist sehr effektiv, allerdings auch sehr riskant. Nachteilig wirkt sich die stark reduzierte Resorbtion von Nahrung aus, hinzu kommt es zu sehr hohen Stuhlfrequenzen/Tag.

Die Operation gehört zwar zu den „Standard-OPs“, wird allerdings wegen der hohen Risiken nur sehr selten empfohlen und von uns auch nur in Ausnahmenfällen für erforderlich gehalten.

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Prof. Dr. med. Martin Büsing
Prof. Dr. med. Martin Büsing
Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Tel.: 02361 56-3101
Fax: 02361 56-3197
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