Informationen zum Thema Coronavirus

Online-Unterstützung zur COVID-19-Diagonse
Die CovApp ist eine von der Charité entwickelte Software, mit der Sie innerhalb weniger Minuten einen Fragenkatalog beantworten und daraus spezifische Handlungsempfehlungen erhalten. Dafür werden Ihnen Fragen nach aktuellen Symptomen, Ihren letzten Reisen und möglichen Kontakten gestellt. Diese App erbringt zwar keine diagnostischen Leistungen. Sie erhalten aber nach Beantwortung des Fragenkatalogs konkrete Handlungsempfehlungen, Ansprechpartner und Kontakte sowie eine Zusammenfassung Ihrer Daten. Ziel ist es, die Patientenströme in Krankenhäuser und Untersuchungsstellen zu optimieren.
So kann Ihnen die CovApp helfen, die Notwendigkeit eines Arztbesuches oder Coronavirus-Tests besser einzuschätzen.

Hier geht es zur CovApp.

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     Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Coronavirus

Interview mit dem Pneumologen und Intensivmediziner Dr. Jens Geiseler, Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Beatmungs- und Schlafmedizin am Klinikum Vest, Standort Paracelsus-Klinik Marl, zum Coronavirus.

Was sind Coronaviren?
Coronaviren sind eine Gruppe von Viren, die sowohl Menschen als auch verschiedene Tiere infizieren können. Coronaviren werden überwiegend über Tröpfcheninfektionen von Mensch zu Mensch übertragen und verursachen verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu gefährlichen oder sogar potentiell tödlich verlaufenden Krankheiten, wie dem Middle East Respiratory Syndrome (MERS) oder dem Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS). In der Vergangenheit waren schwere, durch Coronaviren verursachte, Krankheiten wie SARS oder MERS zwar weniger leicht übertragbar als Influenza, dennoch erkrankte eine große Anzahl der infizierten Patienten.


Woher kommt die Bezeichnung für das aktuelle Virus?
Der Name „Corona“ leitet sich von dem kranzförmigen Aussehen der Viren ab. Der aktuelle Ausbruch wird durch ein Coronavirus verursacht, das genetisch eng mit dem SARS-Virus verwandt ist und Menschen bisher nicht betroffen hat. Dieses neuartige Coronavirus hat den Namen SARS-CoV-2 bekommen. Die von SARS-CoV-2 ausgelöste Erkrankung heißt COVID-19 (Coronavirus Disease 2019, Coronavirus-Erkrankung, Erstbeschreibung im Jahr 2019).


Was sind die Symptome?
Wie andere Coronaviren kann auch SARS-CoV-2 mit milden Verläufen, typischerweise mit einer Erkältungssymptomatik (Husten und Fieber) auftreten. Auch Schnupfen, Kurzatmigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Halsschmerzen und Kopfschmerzen können Symptome sein, seltener auch Übelkeit und Erbrechen sowie Durchfall. Manche Menschen weisen auch gar keine Krankheitssymptome auf. SARS-CoV-2 kann aber auch schwere Krankheitsverläufe, insbesondere Infektionen der Atemwege, verursachen und zu schweren Lungenentzündungen führen, die auch zum Versterben führen können.


Für wen kann die Erkrankung tödlich enden?
Todesfallraten sind schwer festzulegen, weil die Krankheitsdaten aus den verschiedenen Ländern mit betroffenen Patienten nicht einheitlich erfasst werden, und sich auch die verschiedenen Gesundheitssysteme der am meisten betroffenen Länder teilweise erheblich unterscheiden. Möglicherweise ist die Sterblichkeitsrate vergleichbar mit der einer schweren Grippewelle, oder etwas höher. Ein erhöhtes Gesundheitsrisiko tragen ältere Patienten und Personen, die bereits an schweren Grunderkrankungen leiden oder eine immunsuppressive Therapie, z.B. nach Transplantation, einnehmen müssen.


Wie wird sich das Virus in der Region weiter ausbreiten?
Das ist schwer einzuschätzen. Die weltweite Ausbreitung von COVID-19 wurde am 11.03.2020 von der WHO zu einer Pandemie erklärt, d.h. zu einer weltweit auftretenden, bedrohlichen Infektion. Aktuell steigen in Deutschland täglich die Zahlen von infizierten Patienten („Infektion“: Nachweis vom Virus im Rachen- oder Nasenabstrich, unabhängig von Erkrankungssymptomen).
Die jeweiligen Fallzahlen sind tagesaktuell unter www.rki.de/covid-19-fallzahlen abrufbar, ebenso die besonders gefährdeten Bereiche. Stand 13.03.2020 gehört das Ruhrgebiet nicht zu den besonders betroffen Gebieten in Deutschland. Im Kreis Recklinghausen wurden (Stand 14.03.2020) 46 bestätigte Infektionen mit dem SARS-CoV-2 nachgewiesen, die meisten asymptomatisch.

Hier sind die Gesundheitsämter in der Überwachung und Einleitung geeigneter Maßnahmen zur Verhinderung der ungehinderten Übertragung der Erkrankung gefordert. Das Gesundheitsamt Recklinghausen hat hierzu ein Infotelefon eingerichtet unter der Nummer 02361 / 53-2626, erreichbar unter der Woche zwischen 08.00 Uhr und 16.00 Uhr sowie am Wochenende zwischen 10.00 Uhr und 14.00 Uhr. Jeder kann auch selbst dazu beitragen, die Ausbreitung zu behindern, indem er die Empfehlungen zum eigenen Schutz und zum Schutz anderer befolgt.


Wie kann man sich schützen?
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich. Nach momentanem Wissenstand erfolgt die Übertragung zumeist als Tröpfcheninfektion über beim Husten und Niesen erzeugtes Aerosol. Empfohlen werden daher Maßnahmen, wie sie auch bei einer Grippewelle überall und jederzeit angeraten sind. Dazu gehören eine gute Händehygiene sowie die Beachtung der Husten- und Nies-Etikette (Niesen und Husten nicht in die Hand oder in die Luft, sondern in ein dann wegzuwerfendes Taschentuch oder in die Armbeuge) und Abstand zu Erkrankten einzuhalten - hierzu dient u.a. das Vermeiden von Menschenansammlungen. Das ist der Grund, warum große Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen in Deutschland untersagt wurden, und warum seit dem 16.03.2020 Schulen und Kindertagesstätten fast deutschlandweit geschlossen bleiben. Regelmäßiges und ausreichend langes Waschen der Hände von mindestens 20 Sekunden Dauer mit Wasser und Seife ist der beste Schutz, Desinfektionsmittel sind dabei im normalen Umgang nicht zwingend erforderlich. Der Verzicht auf Händeschütteln und Umarmungen kann helfen. Gefährdete, insbesondere ältere Menschen, sollten von Angehörigen im Alltag zum Bespiel durch Einkäufe unterstützt werden.


Was ist der Unterschied zwischen dem Coronavirus und einer Grippe?
Da es sich um ein neues Virus handelt, gibt es keine Personen mit Immunitäten aus einer früheren Erkrankung und noch keine Schutzimpfung. Da aktuell, wie bei vielen anderen Viruserkrankungen, keine Medikamente für eine gezielte Bekämpfung der Erkrankung selbst zur Verfügung stehen, erfolgt im Krankheitsfall eine symptomatische Behandlung. Dafür stehen umfassende medizinische Möglichkeiten zur Verfügung, die von einfachen Medikamenten gegen Fieber und Gliederschmerzen (ambulant) bis hin zu Beatmungen bei schweren Lungenentzündungen auf Intensivstationen reichen.


An wen sollten sich Verdachtsfälle oder Betroffene wenden?
Um Informationen und Verhaltensregeln zu erfragen, sind vor allem die Info-Telefone der Gesundheitsämter (Infotelefon des Gesundheitsamtes Recklinghausen 02361 / 53-2626) gedacht. Dort werden bei begründeten Verdachtsfällen auch Testungen durchgeführt und Quarantänemaßnahmen ausgesprochen. Erster Ansprechpartner bei gesundheitlichen Einschränkungen ist ansonsten immer Hausarzt, bzw. die Kassenärztliche Notfallpraxis außerhalb der Sprechstundenzeiten. Nur bei schweren Krankheitssymptomen sind die Krankenhäuser der richtige Partner. Dabei gilt zu beachten: Eine telefonische Anmeldung ist wichtig, um die Besuche in zeitlichem Abstand terminieren zu können und volle Wartezonen zu vermeiden. Verdachtspersonen sollten nicht allgemeine Wartezimmer aufsuchen. In unseren Krankenhäusern sind separate Wartebereiche eingerichtet. Wenn stationäre Aufnahmen erforderlich sind, erfolgen diese zunächst - in enger Absprache mit den Gesundheitsämtern - in Häusern mit ausgewiesenen Isolationsabteilungen wie im Kreis Recklinghausen z.B. in der Paracelsus-Klinik in Marl. Falls die Zahl Erkrankter weiter ansteigen sollte, werden auch andere Krankenhäuser entsprechende Bereiche schaffen. Das Klinikum Vest hat sich mit seiner pneumologischen und infektiologischen Expertise mit einem abgestuften Notfallkonzept auf die weitere Entwicklung vorbereitet.


Wer wird auf SARS-CoV-2 getestet?
Eine Abklärung durch einen Test wird momentan vor allem empfohlen, wenn ein begründeter Verdachtsfall besteht. Dazu gehören einerseits passende Symptome, andererseits der Aufenthalt in einem Risikogebiet oder Kontakt mit Menschen mit bestätigter Infektion mit SARS-CoV2. Ein routinemäßiges Testen ohne Symptome und ohne Kontakt mit einer infizierten Person ist überflüssig. Maßgeblich sind hierfür die auf den Aussagen des Robert-Koch-Instituts beruhenden Empfehlungen der Gesundheitsämter, die zum Teil auch selbst Testungen anbieten.


Wie erfolgen Diagnostik und Behandlung?
Sollte eine Diagnostik für SARS-CoV-2 indiziert sein erfolgt diese durch eine PCR-Untersuchung. Das Material dazu wird entweder aus einem Abstrich ähnlich zu einem Influenzaabstrich oder aus Sekreten der unteren Atemwege gewonnen. Eine Infektion ohne Symptome erfordert keine Behandlung, jedoch eine Quarantäne von 14 Tagen (maximale Zeitspanne zwischen einer Ansteckung und dem Auftreten von Krankheitszeichen), um eine Weiterverbreitung des Virus einzudämmen. Die Behandlung einer nachgewiesenen Erkrankung an SARS-CoV-2 umfasst entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes umfassende unterstützende Maßnahmen (z.B. Gabe von fiebersenkenden Medikamenten, Sauerstoffgabe, Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes, ggf. Antibiotikagabe zur Behandlung von bakteriellen Alternativ-/Begleitinfektionen, engmaschiges Monitoring, ggf. unterstützende Beatmungsverfahren) sowie die Behandlung von relevanten Grunderkrankungen. Spezialisierte Krankenhäuser halten dafür alle erforderlichen medizinischen Möglichkeiten vor.

 

Wo gibt es weitere Informationen?
Regionale Informationen zum Thema finden Sie unter www.kreis-re.de/inhalte/Buergerservice/Gesundheit_und_Ernaehrung/Infektionsschutz/Coronavirus

Informationen über das neuartige Coronavirus für die Fachöffentlichkeit sind unter www.rki.de/covid-19 abrufbar.

Informationen für Bürger, darunter Hygienetipps und Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ), stellt die BZgA unter www.infektionsschutz.de zur Verfügung.
Das BMG, einige Bundesländer und Krankenkassen haben Hotlines für Bürger geschaltet.

 

Verhalten bei Verdachtsfällen
Wir haben eine Sonderseite mit aktuellen Informationen zum Coronavirus eingerichtet.
Bitte beachten Sie, dass das Klinikum Vest nicht die Erstanlaufstelle für Menschen mit Verdacht auf COVID-19 ist. Bitte konsultieren Sie hierzu Ihren Hausarzt - und dies unbedingt zunächst NUR telefonisch, wenden Sie sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 11 6 11 7 oder an die Info-Hotline des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW unter der Telefonnummer 0211 / 855 477 4 oder
an das Infotelefon der Kreisverwaltung Recklinghausen. Es ist montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 02361 / 532 626 erreichbar.

In akuten Notfällen steht Ihnen unsere Zentrale Notaufnahme zur Verfügung.




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