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Neue Therapie bei der Lungenembolie

Klinikum Vest entfernt Blutgerinnsel mit neuer minimalinvasiven Behandlungsmethode

Luftnot, Herzrasen, Schwindel, Druck auf der Brust oder sogar Ohnmachtsanfälle – all das sind Anzeichen einer akuten Lungenembolie. Bleibt diese unbehandelt, kann das lebensbedrohliche Folgen haben. Wer akute Symptome verspürt, sollte sich also in jedem Fall sofort ins Krankenhaus begeben oder im Zweifelsfall den Notruf wählen. Im Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen kommt nun eine neue Behandlungsmethode zum Einsatz, die zu sofortiger Verbesserung bei den Patienten führt, Krankenhausaufenthalte verkürzt und Folgeschäden minimiert.

Bei einer Lungenembolie löst sich ein Blutgerinnsel aus einer Vene, z.B. im Bereich der Beine, wird mit dem Blutstrom über das Herz in die Lunge verschleppt und verstopft dort eines oder mehrere Gefäße. Die Lunge kann in der Folge weniger Sauerstoff aufnehmen und es kommt zu Symptomen wie Schwindel oder Atemnot. Die Schwere der Symptome hängt immer von der Anzahl und Größe der Gerinnsel in der Lunge ab. Betrifft die Lungenembolie nur ein kleines Gefäß in der Lunge, treten häufig nur leichte Beschwerden auf. „Die meisten Patienten, die mit Anzeichen einer Lungenembolie zu uns kommen, sind stabil und nicht in einem unmittelbar lebensbedrohlichen Zustand“, verrät Prof. Dr. Frank Weidemann, Direktor der Medizinischen Klinik I am Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen. „Wir machen dann zunächst einen Bluttest. Wenn der Bluttest und die Anamnese passen, anschließend ein CT. Darauf können wir den Thrombus, also das Blutgerinnsel, das möglicherweise ein Lungengefäß verstopft, sehen.“ Die meisten Patienten mit einer solchen leichten Lungenembolie können medikamentös behandelt werden. Sie erhalten blutverdünnende Medikamente, wodurch sich das Blutgerinnsel langsam auflöst, und können nach einigen Tagen im Krankenhaus wieder nach Hause.

Herzultraschall gehört zum Standardprozedere bei Patienten mit Lungenembolie

Schwerwiegender und bisweilen lebensgefährlich wird es hingegen, wenn die Lungenembolie ein größeres Gefäß betrifft. Dadurch, dass das Herz gegen die Verstopfung anpumpt, wird es zusätzlich stark belastet, sodass es in Folge bis zum Herz-Kreislaufversagen kommen kann. „Vor der Lunge hängt das rechte Herz. Bei einer schweren oder chronischen Lungenembolie, die sich nicht auflöst, staut sich das Blut vor der Lunge. Das rechte Herz wird größer, die Herzklappe wird undicht und der Druck im rechten Herzen steigt an“, so Weidemann. „Das führt dann dazu, dass der Patient eine sogenannte Rechtsherzschwäche entwickelt, meist einhergehend mit Beinödemen, also dick geschwollenen Beinen.“ Weil eine Lungenembolie also auch immer eine Belastung des Herzens auslösen kann, erfolgt standardmäßig im Rahmen der Diagnostik ein Blick aufs Herz. „Bei jedem Patienten mit Lungenembolie machen wir immer auch ein Herzultraschall und schauen uns das rechte Herz an“, unterstreicht der Kardiologe.
 
Bei einer akuten Lungenembolie ist Schnelligkeit gefragt 

Kommt ein Patient mit einer solch akuten schweren Lungenembolie in die Notaufnahme, ist Schnelligkeit gefragt. Zeit für eine langsame medikamentöse Auflösung des Gerinnsels bleibt hier nicht, sondern man sollte dieses in einem unmittelbaren Eingriff entfernen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen eine globale Lysetherapie, bei der ein hochverdünnendes Mittel gespritzt wird, um den Thrombus schnell aufzulösen. „Eine solche Lysetherapie ist allerdings nicht ungefährlich, da sie auch zu unerwünschten Einblutungen, beispielsweise ins Hirn führen kann“, warnt Weidemann. „Diese Methode würde man also wirklich nur bei Patienten wählen, deren Zustand extremkritisch ist.“ Deutlich effektiver und komplikationsärmer ist eine lokale Lyse des Thrombus. Dabei gehen die Mediziner mit einem Katheter über die Leiste bis in die Lunge vor, direkt an das Gerinnsel. Und hier nun kommt die neue Methode zum Einsatz: „Bei der kathetergestützten Therapie am Thrombus haben wir grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Bisher haben wir das Gerinnsel abgesaugt. Der Katheter den wir hierfür benutzen, ist allerdings etwas dicker, sodass wir das nicht bei jedem Patienten machen können. Zudem besteht bei dieser Methode immer das Risiko, dass minimale Partikel im Gefäß hängen bleiben“, erläutert Weidemann.

Neuer Ansatz bietet große Fortschritte

„Der neue sogenannte LyseKatheter ist viel dünner, sodass wir im Grunde überall in der Lungenstrombahn gut damit hinkommen. Wir können nun eine lokale Lyse machen, den Thrombus also im Gefäß aufbrechen und komplett herausholen.“ Für den erfahrenen Mediziner bietet dieser Ansatz große Fortschritte: „Der Thrombus wird bei dieser Methode meist unmittelbar und komplett entfernt. Wir merken, dass sich die Patienten schon während des Eingriffs gleich besser fühlen, die Herzfrequenz sofort abnimmt. Dadurch, dass die Gefäße komplett gereinigt werden, wird auch die Nachsorge unkomplizierter, die Patienten können eher nach Hause gehen und werden in der Regel weniger Probleme oder Langzeitfolgen verspüren.“

Nachgefragt bei Prof. Dr. Frank Weidemann - Kann ich einer Lungenembolie vorbeugen?
 
Akute Lungenembolien treten immer sehr plötzlich auf. Da eine Lungenembolie jedoch in aller Regel die Folge einer Thrombose, zum Beispiel in den Beinen, ist, können Sie hier vorbeugen. Bei längerer Immobilität oder Bettlägerigkeit, zum Beispiel in Folge einer Operation, sollte eine Thromboseprophylaxe mittels gerinnungshemmender Medikamente erfolgen. Ähnlich verhält es bei langen Flugreisen. Trinken Sie viel, bewegen Sie Ihre Beine oder nehmen in Absprache mit Ihrem Arzt blutverdünnende Mittel. Daneben verringern viel Bewegung, eine nährstoffreiche Ernährung und Reduzierung von Übergewicht grundsätzlich das Risiko der Bildung einer Thrombose. Raucher sind stärker gefährdet und sollten in Erwägung ziehen, das Rauchen aufzugeben. Menschen, die schon einmal eine Thrombose hatten, haben ebenfalls ein höheres Risiko und sollten hierzu mit ihrem Arzt sprechen.

KONTAKT
Medizinischen Klinik I - Klinik für Kardiologie, Elektrophysiologie, Gastroenterologie und Endokrinologie/ Diabetologie
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