Tag gegen den Schlaganfall

Aktuelles aus dem Klinikum

TAG GEGEN DEN SCHLAGANFALL AM 10. MAI 2015

In Deutschland erleiden etwa 250.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. "Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache nach Herzinfarkten und Tumorerkrankungen. Der Schlaganfall ist außerdem die häufigste Ursache für eine bleibende Behinderung", warnt Prof. Dr. Helmut Buchner, Chefarzt der Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie im Klinikum Vest. Anlässlich des Deutschen Schlaganfalltages im Mai hat die Klinik über Risiken und Vorbeugemaßnahmen aufgeklärt.

Betroffene Laien und ihre Familien sind oft unsicher, ob ein Schlaganfall vorliegt und ob der Arzt oder der Notarzt sofort gerufen werden muss. Für diese Situation gibt es eine einfache Prüfung, den FAST-Test (Infokasten). Eine Auffälligkeit, erkennbare Teillähmung des Gesichts, Einschränkung der Bewegungsfähigkeit der Arme oder des Sprechvermögens reichen schon aus, um den Notruf 112 zu alarmieren.

Viele Risikofaktoren lassen sich in den Griff kriegen. "Wer das Rauchen aufgibt, Übergewicht und Bluthochdruck konsequent bekämpft, bei dem reduziert sich das Risiko eines Schlaganfalls durch eine Minderdurchblutung des Gehirns erheblich", so Buchner:

  • Ein niedrigerer Blutdruck lässt sich durch Medikamente erreichen, aber noch viel besser durch eine Gewichtsreduktion. Eine Gewichtsreduktion um 5 kg senkt den Blutdruck deutlich. Ein Bauchumfang von mehr als 102 cm bei Männern bzw. 88 cm bei Frauen ist ein klarer Risikohinweis.

  • Rauchen dagegen, gleich wie viele Zigaretten es sind, erhöht das Schlaganfallrisiko auf mehr als das Doppelte. Die vollständige Abstinenz reduziert das Risiko von Rauchern nach 12 Monaten um die Hälfte, nach 5 Jahren erreichen sie das Niveau von Nichtrauchern. Auch Alkoholgenuss, der über ein Glas Bier hinausgeht, erhöht den Grad der Gefährdung.

  • Eine bestehende Blutzuckererkrankung sollte auch im Blick auf das Schlaganfallrisiko behandelt werden. Wichtig ist es, einen Langzeitblutzuckerwert von unter 7% zu erreichen, am besten durch Gewichtsreduktion und Diät.

  • Psychosoziale Faktoren wie Stress und Depression erhöhen das Schlaganfallrisiko und stehen im Zusammenhang mit Blutdruckerhöhungen.

  • Herzerkrankungen, hier insbesondere Herzrhythmusstörungen in der Form eines Vorhofflimmerns, erhöhen das Schlaganfallrisiko mit einem Faktor 2,74 und sind damit der zweithöchste Risikofaktor nach dem Bluthochdruck.

  • Fettstoffwechselstörungen mit einem Ungleichgewicht zwischen gutem und schlechtem Cholesterin erhöhen das Schlaganfallrisiko mit einem Faktor 1,3 bis 2,4. Die Behandlung sollte vor allem aus einer Diät und einer Gewichtsreduktion durch körperliche Aktivität bestehen.

  • Regelmäßige moderate körperliche Aktivität - Belastung während mindestens 2 ½ Stunden pro Woche - reduziert grundsätzlich das Schlaganfallrisiko.


Mehr Aufklärung hat das Klinikum Vest im Mai geboten

Ca. 600 Plakate ließ die Klinik im Kreisgebiet bei niedergelassenen Haus- und Fachärzten und in Apotheken verteilen. In Kooperation mit der Rettungsleitstelle für den Kreis Recklinghausen und dem leitenden Rettungsarzt Dr. Nico Schuback wurden jetzt auch RTWs mit Plakaten bestückt. Hier sind die fünf wichtigsten Warnzeichen aufgelistet, die auf einen Schlaganfall hindeuten können und die Telefonnummer, die im Notfall zu rufen ist.

Eine Plakatausstellung zum Thema Schlaganfall gab es zudem zwei Wochen lang in der Eingangshalle des Knappschaftskrankenhauses.


Infokasten:
Der ursprünglich aus dem englischsprachigen Raum stammende FAST-Test liefert im Zweifel innerhalb einer Minute Hinweise dazu, ob ein Schlaganfall vorliegt.

  • F (Face): bitten Sie um ein Lächeln. Das Gesicht wird bei einer Lähmung einseitig verzogen.

  • A (Arms): Arme nach vorne heben lassen und Handflächen nach oben drehen. Bei einer Lähmung kann der Arm nicht gehoben werden, sinkt nach unten oder die Handfläche dreht nach innen weg.

  • S (Speech): Der Kranke sollte einen einfachen Satz nachsprechen. Wenn die Sprache verwaschen und undeutlich klingt, Worte fehlen oder das Sprachverständnis, liegt eine Sprachlähmung vor.

  • T (Time): Eine Auffälligkeit reicht schon aus, um sofort Rettungsmaßnahmen einleiten, wählen Sie 112 und schildern Sie die Symptome.


Foto:

Von links nach rechts:

  • Sven Schulenberg, Rettungsassistent der Feuerwehr RE
  • Prof. Dr. med. Helmut Buchner, Chefarzt der Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie, Klinikum Vest
  • Stefan Bach, Rettungsassistent der Feuerwehr RE
  • Maurice Oex, Praktikant zum Rettungssanitäter, Feuerwehr RE
Home Sitemap Facebook Youtube
Christina Neuhaus, Kommissarische Leitung Marketing und Unternehmenskommunikation
Christina Neuhaus
Kommissarische Leitung Marketing- und Unternehmens-
kommunikation
Tel.: 02361 56-81017
Fax: 02361 56-1098