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Schutz vor Mücke und Co.

Sie summen und brummen und nicht nur das: Mücken, Bienen und Co. können auch stechen. Wie man sich schützen kann und ob es auch gefährliche, ja sogar lebensbedrohliche Stiche gibt, erklärt Prof. Dr. med. Rolf-Markus Szeimies, Chefarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum Vest.

Welche Insekten stechen denn tatsächlich und welche Stiche können bedrohlich werden?
Stiche von Bienen oder Wespen sind gar nicht so selten. Die kleinen Tierchen sind zwar nicht angriffslustig und auf eine Blutmahlzeit aus wie die Mücken, stechen aber schmerzhaft, wenn sie sich verteidigen müssen. Das kann bei der Garten- oder Hausarbeit sein, wenn man einem Nest zu nahe kommt, oder wenn man beispielsweise im Freibad auf eine Biene barfuß im Rasen tritt. Auch beim Auto- oder Motorradfahren können die sogenannten Hautflügler zwischen Körper und Sitz oder unter den Helm geraten. Hier kann es dann neben einem schmerzhaften Stich auch zu tödlichen Verkehrsunfällen durch panische Bewegungen kommen. Stechen Bienen oder Wespen, ist der Stich meistens sehr schmerzhaft und die Umgebung schwillt stark an und juckt, das Ganze klingt aber in der Regel innerhalb weniger Tage wieder ab.
Gefährlich sind allerdings echte Allergien gegenüber Bienen- und Wespengift. Werden betroffene Menschen gestochen, besteht echte Lebensgefahr. Es kommt zu schweren Schockzuständen, die mitunter tödlich verlaufen. Pro Jahr sind etwa 50 Todesfälle in Deutschland durch Bienen- und Wespenstiche dokumentiert, die Dunkelziffer ist sicherlich höher. Wenn Patienten innerhalb weniger Minuten mit starkem Juckreiz am ganzen Körper und Quaddelbildung (sieht so aus als ob man in Brennnesseln gefallen wäre) reagieren, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, der einem dann ein entsprechendes Notfallset verordnet und weitere Schritte zur Abklärung einleitet. Auch Hummeln oder Hornissen können Allergien auslösen, Hummeln sind dabei den Bienen verwandt und Hornissen den Wespen.

Was ist mit den besonders fiesen Bremsen? Welches Gift verteilen diese Insekten?
Bremsen sind auch blutsaugende Insekten aus der Fliegengruppe. Beim Stich spritzen sie ein eiweißhaltiges Sekret in die Haut ein, welches die Gerinnung des menschlichen Blutes hemmt, so dass sie es ungehindert im Rahmen ihrer Blutmahlzeit aufsaugen können. Der Mensch reagiert auf dies Eiweiß mit starkem Juckreiz, Schwellung und Rötung, die 1-2 Wochen anhalten kann.

Gibt es Stellen, die es besonders zu schützen gilt? Zum Beispiel, weil ein Mensch allergisch reagiert?
Das hängt natürlich davon ab, was man im Freien macht. Sitzt man abends bei warmem Wetter draußen, können einen bei nackten Beinen oder Unterarmen leicht Mücken attackieren. Auch bei Gartenarbeiten mit kurzer Hose oder Rock und T-Shirt ist die freie Haut leicht zugänglich. Manche Insekten wie Bremsen stechen auch durch leichte Kleidung durch. Wenn man besonders unter den Stichen leidet, sollte man bei Tätigkeiten im Freien entsprechende Kleidung tragen. Als Bienen- oder Wespengiftallergiker würde ich natürlich nicht als Hobbyimker arbeiten oder ein Wespennest beseitigen.

Welche Abwehrmaßnahmen sollte man gegen Mücken oder Bienenstiche ergreifen? Gibt es auch Medikamente oder Vitaminpräparate die schützen? Oder andere Mittel?
Gegen Mücken- und Bremsenstiche helfen handelsübliche Sprays oder Lotionen, so genannte Repellents. Gegen Bienen oder Wespen kann man sich in der Flugsaison nur durch umsichtiges Verhalten schützen, oder bei bekannter Allergie eine sogenannte Gewöhnungsbehandlung, die Hyposensibilisierung beim Hautarzt und Allergologen durchführen lassen. Wenn trotzdem ein Insekt sticht, helfen bestimmte Notfallmedikamente, die der betroffene Patient aber auch immer bei sich tragen muss. Vitaminpräparate oder andere Hausmittelchen wie Hefeweißbierkonsum bieten leider keine Schutzwirkung vor Stichen.

Können Mücken Krankheiten übertragen?
Ja, das hat die Zika-Virus-Epidemie zur Olympiade im vergangenen Jahr in Brasilien gezeigt. Durch die globale Erwärmung und die Ausbreitung auch tropischer Mückenarten wie der Tigermücke auf der nördlichen Erdhalbkugel gelangen Erkrankungen wie das Dengue- oder das Chikungunya-Fieber auch bei uns in den Fokus und können auch ein gefährliches Mitbringsel aus dem Urlaub sein.


Weitere Informationen zur Klinik für Dermatologie und Allergologie finden Sie hier.



Christina Schlüter, Kommissarische Leitung Marketing und Unternehmenskommunikation
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Tel.: 02361 56-81017
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